Umarmung – ganz umsonst

Sebastian am 29. März 2009 um 16:55

Umarmung ganz umsonst!

… gesehen vor ein paar Tagen in Helsinki. Wer wollte konnte sich von der Dame mal ganz fest drücken lassen. (Der tiefere Sinn hat sich mir leider nicht erschlossen)

finnischer Dosenöffner

Sebastian am 23. März 2009 um 18:23

Selbst eine Dose zu öffnen, kann in Finnland ungeahnte Schwierigkeiten bedeuten: die Dosenöffner, die sich in jedem Haushalt finden erinnern eher an längst vergangene Zeiten, als an ein Küchengerät.

Dem Modell P-38 nachempfunden, welches die US-Armee im zweiten Weltkrieg zum Feldgeschirr packte, hat Ende der 1940er der Finne Matti Laurell ein verbessertes Modell auf den finnischen Markt gebracht. Und dort hat es sich bis heute gehalten. Kaum ein Haushalt ist seither auf die moderne Version mit Schneide- und Transportrad umgestiegen.

Viele verzweifeln an der alten Technik, dabei ist der kleine, handliche Dosenöffner stets zur Hand, wenn es an das eingelegte Gemüse geht: Die Nut unter dem Blechzahn an den überstehenden Dosenrand einrasten dann den Blechzahn durch kräftiges drücken des Griffbleches in den Dosendeckel drücken. Nun so weiter voranarbeiten, bis die Dose offen ist – ganz einfach :-)

finnischer Dosenöffner

Laskiaissunnuntai

Sebastian am 22. Februar 2009 um 13:28

Während die fünfte Jahreszeit fast überall in Ausgelassenheit, Fröhlichkeit und überschäumender Lebensfreude gefeiert wird, ist man hier in Finnland etwas zurückhaltender.

Statt Schminke und Konfetti, gibt es hier Schlitten und Pulla. Die Fastnacht-Feierlichkeiten beginnen heute am Laskiaissunnuntai und enden am Laskiaistiistai (Dienstag). Traditionell verbringt man hier die Zeit mit Schlittenfahren (ja, wirklich jeder noch so kleine Hügel eignet sich wunderbar!) und dem Hefegebäck.

Die Laskiaispulla sind Hefeteigkugeln, die aufgeschnitten und mit Sahne und Marzipan oder Konfitüre gefüllt werden. Ob Marmeladen oder Marzipanfüllung hängt dabei hauptsächlich von der Geschichte der Pulla ab: die Gebäckstücke kamen ursprünglich von Schweden nach Finnland und wurden dort traditionell mit Marzipan gefüllt. Die Finnen bevorzugten jedoch eher die Konfitüren-Füllung, weshalb sich mit der Zeit eben die finnische Marmeladen-Variante etabliert hat.
An den Bäckertheken sind daher zwei Ausführungen erhältlich: die mit Mandeln verzierten Marzipan-Pulle und die puderzuckerbestäubten mit Marmeladen-Füllung.

Traditionell wurden die Pulla übrigens in einem tiefen Teller mit heißer Milch serviert, welche manchmal mit einer Prise Salz gewürzt war, um dem süßen Grundgeschmack entgegenzuwirken. Heute wird es jedoch eher als “normales” Kaffegebäck gegessen.

Laskiaispulla mit Sahne- und Marzipanfüllung

Kunst aus Eis

Sebastian am 9. Februar 2009 um 18:24

An den vergangenen beiden Wochenenden traten 52 Künstler aus 18 Nationen bewaffnet mit Kettensäge, Fön und Pickel gegeneinander an. Unter dem Motto “Art meets Ice” fand im Zoo Helsinkis das Eisskulpturfestival statt. Thema des ersten Wochenendes: Tiere deren Bestand durch Zoos dieser Welt gesichert wurde. Am zweiten Wochenende stand alles im Zeichen der Frösche und Reptilien.
Nachfolgendes kleines Video hatte ich am ersten Wochenende gedreht um die Stimmung bei bestem Wetter etwas einzufangen.

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Gehörlosen-Rap

Sebastian am 17. Januar 2009 um 19:24

“Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist, wenn der Boden unter den Füßen bebt” wusste 1983 schon Herbert Grönemeyer, als er die Zeilen über das gehörlose Mädchen für sein Album “Gemischte Gefühle” schrieb. Dass Musik für Gehörlose aber mehr sein kann als “laut”, zeigt der finnische Rap-Künstler Marko Vuoriheimo.

Marko ist quasi der moderne Ludwig van Beethoven: Obwohl – oder gerade weil – er gehörlos ist, zählt der Musiker zu einem der bekanntesten und besten Hip-Hop-Künstlern Finnlands. Zusammen mit den beiden hörenden Kim Eiroma und Heikki Soini tritt Marko seit 2004 unter dem Namen Signmark auf.
Die Texte, die sich vor allem mit den Vorurteilen gegenüber Gehörlosen auseinander setzen, werden von Marko selbst geschrieben und auf der Bühne in Zeichensprache aufgeführt. Seine Zeichensprache läuft dabei in einer solchen Geschwindigkeit ab, das sie sich geradezu nahtlos in die üblichen Hip-Hop-Zeichen integriert und fast harmonisch rüberkommt.
Um seine Musik auch hörenden Menschen zugänglich zu machen, leiht Heikki Marko seine Stimme, Kim ist der DJ.
Selbstverständlich erschien auch das Debut-Album “Signmark” als Paket bestehend aus Audio-CD und DVD, auf der die Videos zu den Liedern in Gebärdensprache angesehen werden können.
Die Sterne stehen gut für Signmark, den aktuellen Schätzungen zufolge hat die Band gute Chancen den finnischen Eurovisions-Vorentscheid in diesem Jahr für sich zu gewinnen und dürfte dann Finnland in der Moskauer Olimpiisky Arena beim 54. Eurovision Song Contest vertreten.

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Season of Light

Sebastian am 10. Januar 2009 um 20:21

Mikki Kunttu ist in Finnlands Medien- und Künstlerbranche lange kein Unbekannter mehr. Ob Eurovision 2007, Finnland sucht den Superstar, Tannhäuser oder Nabucco – kaum einen größere Veranstaltung, bei dem nicht Kunttu’s leuchtende Ideen im Spiel sind.
Dennoch war der Lichtdesigner Mikki Kunttu bis Januar 2009 für die meisten von uns eher unbekannt, was sich seit seiner Lichtinstallation auf dem Senatsplatz nun ändern soll. Von 01. Januar bis einschließlich 11. Januar ist seine Installation “Season of Light” am Abend zu jeder halben und vollen Stunde am Senatsplatz mitten im Herzen Helsinkis zu sehen.

Hier blitzt ein Scheinwerfer, dort ein Glockenschlag, Schattenspiele an Domkuppel und Universität, kratzende Geigen aus Richtung der Statue. 15 Minuten dauert die beeindruckende Darbietung, die perfekt von den psychedelischen Klängen von Kimmo Pohjonens “Klarion” begleitet wird.

Blutrot leuchtet der Dom!

Season of Light

Informationen zu den beiden Künstlern gibt es übrigens im Blog von Mikki Kuntto und auf der MySpace-Seite von Kimmo Pohjonen.

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